Dies irae

Als der Welt die Geheime Offenbarung gegeben wurde, ließ ich ihr sagen: ,Es soll bald geschehen.' Aber fast zweitausend Jahre lang hat die Menschheit die damals schon notwendig gewordene Entscheidung zwischen Licht und Dunkel hinausgeschoben, fast zweitausend Jahre währt nun schon das Weltgericht, das die Welt selbst wegen ihrer Feigheit im Geistigen über sich verhängt hat, das Weltgericht als Krieg, Krankheit, Elend jeder Art anstelle einer einmaligen geistigen Entscheidung, die der Welt so oder so den Frieden gebracht hätte. Fast zweitausend Jahre herrscht nun schon das Tier, die geballte Masse von Menschen und materiellen Werten, herrschen die falschen Propheten und der Mammon, nicht nur als Besitz, Macht an sich, sondern vor allem als person-gewordene Herrschsucht, als der Mensch mit der Zahl 666, das Idol, der Ab-Gott der Masse, von den römischen Kaisern die ganze Reihe der Päpste und sonstigen Kirchenfürsten und der meisten weltlichen Machthaber herauf bis zu den kleinen und großen Machthabern und Gewaltherrschern der Gegenwart. Fast zweitausend Jahre steht schon das Große Zeichen am Himmel der blindgewordenen Menschheit. Unendliches Unheil wäre der Menschheit erspart geblieben, wenn ihr einmal in dieser ganzen Zeit einer ihrer zahllosen von ihr selbst so gewollten Schicksalsschläge und Niederbrüche genügt hätte, um sich die Augen öffnen zu lassen, Fast zweitausend Jahre dreht sich die Menschheit nun schon im Kreise, um der geistigen Entscheidung auszuweichen, fast zweitausend Jahre schon taumelt sie von einer Form des Tieres, des Massenwahns, der äußerlich wechselnden und innerlich doch stets gleichbleibenden Moden in Religion, Politik und persönlicher Lebenshaltung zur anderen, eine Übersteigerung, eine Katastrophe, eine Zeit des Verkommens und der Verwesung folgte der anderen, bis endlich in unserer Gegenwart, im Frühling des Jahres, in dem ich selbst dies niederschreibe, trotz den unaufhörlichen Versuchen, neuerdings auszuweichen, die endgültige Entscheidung aller Einzelnen und der ganzen Menschheit über ihr irdisches und ewiges Schicksal gefallen ist, die innere Entscheidung. Der Vollzug des MENE TEKEL UPHARSIN, der Blitz und der Donnerschlag des DIES IRAE in der Außenwelt wird ihr folgen, und das soll nicht nur, es wird bald geschehen.

I. Das offene Büchlein

'Ich sah einen anderen gewaltigen Engel vom Himmel herabsteigen': Michael, die Weltseele, ich selbst als tragende Mitte des Ganzen, in dieser Zeit der endgültigen Scheidung der Geister als Kampfgestalt, eint sich unmittelbar - wie vor fast zweitausend Jahren nach der Taufe am Jordan - mit ihrem irdischen Träger und mit der ganzen Welt (erster August 1948). - In eine Wolke gehüllt, nur die Füße - der irdische und übersinnliche Träger des Geistwesens - und das Haupt - der Abglanz, der Ausdruck der führenden und tragenden Herzmitte - sind sichtbar: Michael ist erst als Abglanz, als Ausdruck des Ganzen, als Teilgestalt des Ganzen unmittelbar zu erkennen, die Erkenntnis seines ganzen Wesens ist der Ahnung (durch die Wolke hindurch) überlassen. - Über seinem Haupt stand der Regenbogen: Michael trägt das Zeichen des Ganzen, das Zeichen meiner selbst als Einheit, die siebenfarbige Aura der weltgestaltenden Teilkräfte, der Verwandlungskraft, der Kraft der Führung, der Entwicklung, des Lösens und Bindens, der Erkenntnis, der Erleuchtung und Erlösung, der Treue - damals noch für die irdischen Welten, als Zeichen zukünftigen Geschehens. Zugleich bedeutet der Regenbogen: Michael kommt, um den Frieden zu bringen, das Ende der äußeren und dann auch der inneren Gewitterstürme, und das war eine Verheißung, zu deren Verwirklichung die Menschheit ihr Ja geben sollte.

Die erste Entscheidung der Menschheit - wie immer auf den 'übersinnlichen Ebenen' - fiel um die Jahreswende 1948/49: Die Menschheit verwarf die Versöhnung von Himmel und Erde, die ihr angeboten wurde, und wählte von neuem den Kampf, nunmehr aber fast ausschließlich auf den übersinnlichen Ebenen, als unaufhörliche Anstürme namenloser Massen, geheim und nach ihrer Meinung unerkennbar geführt von den kleinen und großen ‚geistigen Führern' der Menschheit.

,Die sieben Donner', die sieben Gebote des Neuen, Dritten Bundes zwischen der Menschheit und mir, die zur Zeit des Johannes die Menschheit schon einmal verworfen hatte, weil sie selbst herrschen wollte, wurden in diesen Jahren, in der Gegenwart, der Menschheit auf ihr Verlangen erneut gezeigt. Sie hat sie abermals und diesmal endgültig verworfen. Was sie seit jeher versuchte, hat sie in diesen Entscheidungsjahren aufs neue, unaufhörlich und mit geballter Wucht versucht: Durch die Herrschaft über meine irdische Hülle mir selbst ihren Willen aufzuzwingen, in Massenanstürmen, von denen sich schließlich nicht ein Wesen des Kosmos mehr abhalten ließ. Auch das ist nun endgültig gescheitert. Es bleibt den Menschen und Wesen nur noch eine Lebensmöglichkeit: Die Unter-Ordnung.

‚Es wird keine Frist mehr sein': Die Innere Haltung der Menschen und Wesen war durch ihr stets schwankendes Vertrauen, durch ihr stets nur halbes Ja' zu mir, durch ihr unaufhörliches Ausweichen vor notwendigen Entscheidungen - zu denen sie sich immer innerlich durch eine unerträglich werdende Notlage zwingen ließen, schon so geschwächt, ja vielfach zersetzt, daß diese Jahre die letzte Möglichkeit boten, nun endlich zum Ganzen zu finden.

,Der geheime Ratschluß Gottes wird erfüllt werden': In zahllosen Fristverlängerungen wurde den Menschen und Wesen auf ihr Verlangen immer aufs neue die Möglichkeit gegeben, ihre Entscheidung zu ändern, die seit Jahrtausenden schon zuinnerst in ihnen feststand: Nicht zu entscheiden, sondern sich immer einen Rückweg, eine Hintertüre, eine Ausweichmöglichkeit offen zu lassen (,die Kinder der Welt sind klüger als die Kinder das Lichtes'). ‚Der erwachte göttliche Wille kennt kein Schwanken mehr'. Nicht ein Mensch oder Wesen hat so entschieden. Nun wird geschehen, was geschehen muß. Da sich die Menschen und Wesen nur von äußeren, allen sicht- und hörbaren Ereignissen in ihrer inneren Haltung bestimmen lassen - ihre bisherige Haltung würde sie mit tödlicher Sicherheit in den Abgrund führen - wird nun der Kosmos auf ihre innere Schwäche antworten, in einer Art, die niemand mehr mißdeuten kann.

II. Das große Zeichen

,Eine Frau, von der Sonne bekleidet, den Mond unter ihren Füßen und eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupte': Die Weltseele selbst, stellvertretend für die Gesamtwelt. - Mit der Sonne bekleidet: Sichtbar eins mit dem göttlichen Weltwillen (Immanuel). - Den Mond unter ihren Füßen: Völlige Überwindung des Irdischen, des Niederen Selbst, hier der irdischen Welt. - Eine Krone von zwölf Sternen auf ihrem Haupte: Die Führungsmacht des Gesamtbereiches (,Mir ist Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden'. Was vor fast zweitausend Jahren schon einmal zurückerkämpft worden war, ist nun abermals geschehen und diesmal für immer). - Sie war schwanger und schrie in Wehen und Geburtsschmerzen: Die zermürbenden Kämpfe der Verwandlungsnacht, die allen zur Geburt des Geistmenschen verhelfen sollten. - Sie gebar ein männliches Kind: Nach der Zeit des Tragens und Duldens wird aus ihr der göttliche Weltwille selbst im Irdischen sichtbar. Das Kind wurde zu Gott und seinem Thron entrückt: Die Einheit des Ganzen, die Einheit aller Teilgestalten der Unendlichen Liebe wird auf den übersinnlichen Ebenen offenbar. Die Außenwelt wird nur äußere Ereignisse sehen; die sich auf das irdische Leben beziehen.

Der Drache: Die Herrschsucht der Menschheit, ihr Macht-Anspruch. Die Wasserfluten: Die unaufhörlichen Anstürme, Verfolgungswellen nach dem Sichtbarwerden des göttlichen Weltwillens (auf den irdischen übersinnlichen Ebenen und als Wort in der Außenwelt). - Die Wüste: Die Einsamkeit. - Eine Zeit: Die notwendige Pause vor weiteren Geschehnissen, um der Menschheit Zeit zur Besinnung zu lassen. - Zwei Zeiten: Das seit eh und ja übliche Ausweichen der Menschheit vor einem klaren Ja oder Nein, nach der bereits abgelaufenen ersten Frist, als aufsteigende, bejahende und absteigende, verneinende Welle. - Und eine halbe Zeit: Weiteres Hinhalten ohne Ja oder Nein, das plötzlich von äußeren Ereignissen durchschnitten wird.

III. Gabriel der Verkünder

Bis zu seiner endgültigen Entscheidung Beginn des Jahres 1951 (Luzifer hatte sich zwei Jahre früher endgültig entschieden), ehe für alle die großen Entscheidungen fielen, war Gabriel in den übersinnlichen Bereichen Verkünder der Erkenntnisse für den Gesamtbereich, seinen Geistselbstkräften entsprechend, die er bis dahin besaß. Nach seiner Einstellung und nach der Luzifers, des Trägers der Erkenntniskraft, waren diese Verkündungen verzerrt, entstellt, ins Gegenteil verkehrt. Jedem haben wir vieltausendfach geholfen, jedem ohne Ausnahme, diese Verkündungen und Erkenntnisse dennoch in ihrer wahren, unverzerrten Gestalt aufzunehmen. Keinem konnten jemals im Laufe der geistigen Entwicklung die widergöttlichen Mächte zur Gefahr werden, wenn er es nicht selbst so wollte. Wer als irdischer Mensch oder als irgendein verkörpertes Wesen einen von ihnen oder irgendeinen ihrer Trabanten rief, im Glauben, damit eine lichte Macht zu rufen, der rief uns zu Hilfe. Wer uns rief, um ihm bei einem Werk der Bedrückung, des Zwanges, des Hasses, der Rache, der Lüge, des Betruges, der Heuchelei zu helfen, der rief sie zu Hilfe. Denn niemals entscheidet der Name, die irdische Vorstellung von dem Wesen, mit dem sich einer verbinden will, immer entscheidet die Innere Haltung, die Absicht, die ihn leitet.

Die Zukunft

,Ich sah den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Roß: Der Treue und Wahrhafte. Er richtet und streitet in Gerechtigkeit. Seine Augen leuchten wie Feuerflammen. Auf seinem Haupte trägt er viele Kronen und einen Namen darauf geschrieben, den niemand kennt als er selbst. Er ist mit einem blut-getränkten Mantel bekleidet. Sein Name heißt: Das Wort Gottes. Die himmlischen Heerscharen, in Linnen gekleidet, folgten ihm auf weißen Rossen.' - Das weiße Roß ist ein Sinnbild der alle Wesen tragenden Weltseele. Aus ihr heraus wird dann als ihr Führer, Lenker der göttliche Weltwille sichtbar. (Die Einheit von Weltwille und Weltseele, ES, konnte Johannes nicht mit irdischen Worten schildern. Darum spricht er zuerst vom Sinnbild des weißen Rosses und geht unmerklich auf den Reiter über, der zuerst nicht sichtbar war, er ersteht aus seinem Träger, aus der verkörperten Weltseele heraus). - Er richtet und streitet in Gerechtigkeit: Immanuel und Michael in ihrer Einheit als ES, als Maria, kommen nicht als Unendliche Liebe zum Gericht über das Vergangene, sie kommen als Karma, als Macht des Schicksals, als ausgleichende Gerechtigkeit. Denn die Menschheit hat in diesen Jahren, in der Gegenwart, endgültig das Gesetz von Schuld und Sühne gewählt. Immanuel und Michael lösen dieses Gesetz aus. Die aufgetürmte Schuld wird auf die Häupter der Schuldigen niederbrechen. Jeden wird das treffen, was er selbst als Waffe gegen sich geschmiedet hat. Es wird eine Zeit der unerbittlichen Gerechtigkeit sein. Dem entsprechen die Worte: Seine Augen leuchten wie Feuerflammen. - Ein blutgetränkter Mantel: Sein Mantel, seine irdische Hülle ist von seinem Blut getränkt, Verbluten der irdischen Hülle in den pausenlosen Vernichtungskämpfen vor dem Tage der äußeren Entscheidung. - Die himmlischen Heerscharen auf weißen Rossen: Die Kampfkräfte Gottes, getragen von der Weltseele, die für das irdische Denken als Einzelgestalten erscheinen. - In Linnen gekleidet: Sie kommen nicht als strafende rächende Würg-Engel über die Menschheit, sie vollziehen nur die von ihr selbst gewählten Geschicke. - Er trägt viele Kronen auf seinem Haupte, deren Namen niemand kennt als er selbst: Die endgültig zurückerkämpften weltgestaltenden Kräfte und geistigen Einzelkräfte, die bis zu den Tagen der Inneren Entscheidung vielen anvertraut waren. - Sein Name heißt: Das Wort Gottes: MARIA

 

5. april 1951 -M.P.

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