Himmel und Erde

Der Weg zur Vollendung

Am Anfang meines öffentlichen Wirkens in unserer Zeit der endgültigen Scheidung der Geister stand Buch l/l, das Buch vom Ursprung. Es folgten Buch l/2, Buch III, V, VI und VII, Buch IV, Buch II und VIII, Buch IX und Buch l/3, nach der Zeitenfolge der inneren Entscheidungen der Menschheit und aller Wesen des Kosmos. (Die Zahlen selbst entsprechen dem inneren Wesen der Bücher).

Buch II schien allen in Widerspruch zu meinen früheren Schriften zu stehen. Für den, der erkennen will, ist kein einziger dieser scheinbaren Widersprüche unlösbar. Warum aber überhaupt solche Widersprüche, auch wenn sie nur scheinbar sind? Ich nenne dafür nur drei Gründe: Um der freien Entscheidung willen, jedes Einzelwesens und der Gesamtheit, mußte vieles noch ungesagt oder mindestens noch offen bleiben (so klar sich auch seit vielen tausend Jahren diese inneren Entscheidungen auf den übersinnlichen Ebenen zeigten). - Es durfte keine dieser inneren Entscheidungen verzögert werden (in ihrer Art beeinflussen kann sie nichts und niemand) durch eine logisch (scheinbar) zwingende Darstellung, die den Verstand des Menschenwesens auf einen Weg locken würde, der seinem inneren Willen widerspricht. Darum habe ich besonders in meinem ersten Buch vorwiegend in Gleichnissen gesprochen - und darauf habe ich immer wieder hingewiesen. - Noch niemals, seit es verkörperte Wesen gibt, hat auch nur eines von ihnen die ganze Wahrheit auf einmal angenommen. Nicht ein Wesen wollte jemals mit mir den geraden Weg zum Gipfel gehen, ich mußte alle ohne Ausnahme in Windungen, in Schlangenlinien, in ,Serpentinen' zur Höhe führen, ich mußte die Steige so viel als nur möglich auf eine lange Wegstrecke, auf viele Worte, auf immer neue Gleichnisse und Vergleiche verteilen. Statt der ganzen Wahrheit auf einmal, der wohl das Herz, niemals aber der Verstand gewachsen wäre (von dem sich trotz meinen vielfachen Bitten für diesen Bereich nicht ein einziger lösen wollte), verlangten sie immer neue Teil-Ansichten von mir, die das Ganze nur in einer großen, zusammenfassenden Überschau zeigen können, zu der auch wieder nicht ein einziger bereit war. Alle klebten und kleben noch heute an den einzelnen Teilansichten: Hier hast du so gesagt und dort sagst du wieder anders.' Es wäre genau dasselbe, wenn mir einer vorwerfen würde: ,Da hast du gesagt, die Nacht folge (über den Abend) dem Tag und dort behauptest du, der Tag folge (über den Morgen) der Nacht.' Oder: ,Hier hast du gesagt, fünf und drei sei acht, und dort wieder behauptest du, zwei und sechs sei acht. Was ist nun richtig?'

Warum habe ich Gautama Buddha, Jesus Christus und Michael als drei getrennte, selbständige Persönlichkeiten dargestellt? Wir waren es. (Buch II: ‚Wir werden entzweit sein um der freien Willenserfüllung aller widergöttlichen Wesen willen und dennoch im Innersten eins'. Auf dieses ‚Im-Innersten-eins' habe ich schon in meinem ersten Buch immer wieder hingewiesen, u.a. in Kapitel II: ‚Ein einziges blaugoldenes Leuchten.' Blau ist die Farbe der Verwandlungskraft, Gold die Farbe der Erleuchtungs- und Erlösungskraft. Rot, die Farbe der königlichen Führungskraft, durfte ich damals noch nicht zeigen. - ,Ich führe nicht, ich erwecke.' Denn die Menschheit forderte, nicht mehr geführt zu werden, sondern selbständig leben zu können).

Niemals hätte es irgendein Wesen gewagt, seinen widergöttlichen Weg zu gehen, wenn es uns als Einheit gegenüber gestanden wäre, wenn es nicht unsere Kräfte gegeneinander hätte ausspielen können, wenn es nicht - wie es auch heute vielmillionenfach geschehen ist -tagesbewußt hätte sagen können: ,Ich stelle mich auf die Seite Buddhas oder Christi und weiß mich sicher in ihrem Schutz. Von diesem Neuerer, der sich neben Buddha und Christus stellt, ja, der von sich behauptet, er bringe den Sonnenaufgang, die Vollendung, will ich nichts wissen.' (Ähnlich ist es stets geschehen).

Als Gautama Buddha trug ich vor allem die Erleuchtungs- und Erlösungskraft (soweit ich die Erleuchtungskraft ihrem Träger Gabriel abgerungen hatte), als Jesus Christus vor allem die Führungs- und Entwicklungskraft, als Michael (der Innere Name der Weltseele als Kampfgestalt) trug ich vor allem die Verwandlungskraft. Wir waren persönlich selbständige Teilgestalten der Weltseele und dennoch immer die Weltseele selbst, aus der heraus der göttliche Weltwille, Immanuel, lebt und gestaltet. Da die Verwandlungskraft, die Kraft des Kämpfens, Tragens und Duldens, die Kraft der Verwandlung des Verzerrten in Reinheit und Licht, das innerste Wesen der Weltseele ist, trägt sie als ihren ganzen Namen den Namen Michael-Maria. Dem innersten Wesen des göttlichen Weltwillens gehört die Führungs- und Entwicklungskraft an. Weltwille und Weltseele als Einheit tragen den Namen Maria.

Wer die innere Einheit dieser drei Teilgestalten erkennen wollte, konnte wenigstens in seinem Herzen die Wahrheit erkennen, die damals die Welt noch zurückwies. Ich habe nicht ohne Grund für Buddha, Christus und Michael das Gleichnis der Untergehenden Sonne, der Sternensonne der Mitternacht und der Aufgehenden Sonne gewählt. Ist es nicht genau dieselbe Sonne, die am Abend untergeht und am Morgen wieder aufgeht? Ist es nicht genau dieselbe Sonnenkraft, die aus den Sternensonnen auf die Erde leuchtet, wenn die Sonne des irdischen Systems für das tagesbewußte Denken in der Himmelstiefe steht? (Buch I/1: Der Weltgeist ist in den Sonnen des Weltalls verkörpert).

Noch deutlicher habe ich mich am Schluß von Buch I/l, im ‚Letzten Gleichnis' ausgesprochen. Vorher, in Kapitel XVII, sagte ich: Meine Worte sind weder Wahrheit, noch Irrtum noch Lüge. Sie sind ein Weg zur Wahrheit. - Ihr solltet euch eben nicht an die Teil-Ansichten klammern, die ich euch bis dahin zeigen durfte. Ihr solltet nicht klügeln und grübeln, ihr solltet nicht euren Verstand darüber bestimmen lassen, ob ihr meine Worte als zur Wahrheit führend erkennen wolltet. Deutlich heißt es am Schluß von Kapitel XVII: Darum sind meine letzten Worte (es waren meine letzten Worte und sie sind es und werden es sein, denn Größeres könnte ich nie mehr aussprechen) nur noch ein gedankenfernes Gleichnis, dessen Sinn ihr ahnen werdet und schließlich schauen sollt. - Damals habe ich auch einige in der Außenwelt und alle auf den übersinnlichen Ebenen darauf hingewiesen, daß dieses Letzte Gleichnis den Schlüssel zum Ganzen enthält.

Das letzte Gleichnis

‚Ich trage euch aus dunklen Talen zum fremden Glanz der Höhen und des Lichts...'. Konnte oder durfte das die Verwandlungskraft, die Teilgestalt des Ganzen, für sich allein sagen? Haben nicht Gautama Buddha und Christus genau dasselbe getan? Nur als das Ganze, als Maria, konnte ich so sprechen. Sonst hätte ich sagen müssen: Wir tragen euch...'.

,Zu Gärten trag ich euch an Rosenhängen, die einer Gottheit Lächeln webt als wundersames Kleid aus Scheu, Verlangen, Weigern, Drängen, sie webt es welterneuernd aus Vergänglichkeit.' In diesem Garten leben alle verkörperten Wesen. Wer anders könnte sie dahin tragen als die Weltseele selbst?

,Ich trag euch fort zu fremden Ufer-wehren und in das Herz der blauen Wandlungsmacht...', also zu neuen Ufern, die sich dem natürlichen Wesen für sich allein versperren (Ufer - Wehren): Der Beginn der Verwandlung des natürlichen Menschen und Wesens zum Geistmenschen oder Geistwesen, sein Buddha-Erlebnis. Und wenn ich es so aussprach: ,...in das Herz der blauen Wandlungsmacht', mußte ich doch mehr sein als eine Teilgestalt, mehr als Verwandlungsmacht.

,Zur Zinne trag ich euch, von Meereslicht umworben, entrückt ins Zeitenlose jenseits Stoff und Raum. Nie stirbt ihr Gipfelrot, da längst der Tag erstorben (Christus, die Sonne der Mitternacht), nie stirbt der Glaube, aufwärts webt sein Traum'. Die Zinne bedeutet Glaube, Vertrauen, Treue, weite Übersicht, Aussicht ins Umfassende, ins Grenzenlose. ‚Von Meeres- Licht umworben': Die Christus-Stufe des Menschen, schon vom Meeresleuchten des Ganzen, des Umfassenden, ewig Flutenden, von der Kraft des Ewigen Werdens, von Maria selbst gerufen.

,Aus Träumen trag ich euch und weltverlornen Klagen versunknen Kelchen zu, die glühn aus goldner Flut und blühn zur Stunde, da die Geister zagen, zu stürmen ihrer Höhen erd-entrückte Glut': Die Michael-Stufe des Menschen, das geistige Erwachen vom Traum zum Schauen, von der Ahnung zum Wissen, aus weltverlornen Klagen zur Versöhnung von Himmel und Erde (Buch I/l: Ich erlöse die Menschen vom Zwang, von der Angst und damit auch von Schmerz und Leid). - ,Versunknen Kelchen zu': Ich trage euch zu mir, zu eurer Heimat, zum Herzen Marias selbst, zu den sich allen Wesen als ganz persönliches DU sich öffnenden Kelchen der sich verschenkenden Liebe (,in meines Vaters Hause sind viele Wohnungen'), die aus dem Meer der Erleuchtungs- und Erlösungskräfte - aus goldner Flut - als Heimat jedes Einzelwesens glühen. Sie öffnen sich nie den Gierigen, den Besitzlüsternen, den Schätzesüchtigen, den luziferischen Verstandesmenschen, die sich durch Denken erstürmen, erobern wollen, was sich nur den gläubig Vertrauenden verschenkt - Die Christusstufe, die Zinne, läßt sich von den Mutigen erstürmen (daß sie auch da getragen werden, wissen sie noch nicht), die Michaelstufe, die Heimat, nicht mehr. - ,Da die Geister zagen'. Verehrung ist eine notwendige Vor-Stufe zur göttlichen Liebe (Buch I/l)! Wer diese notwendige Vorstufe umgeht und vom Nicht-Wissen unmittelbar die göttliche Liebe, das allumfassende Schauen und Wissen erobern will, wird sie nie finden, sein Verstand wird an den Höhen der gestalthaften Unendlichen Liebe zerbrechen und an ihrer erd-entrückten Glut zerschmolzen werden und er als Persönlichkeit mit ihm.

,Ich trage euch zu diesen letzten Höhen, die stolz verklärt ein unbegreiflich Licht': Zu den letzten Erlebnishöhen, die von irdischen Menschen im Herzen erlebt, als Heimat gewonnen werden können. - ,Zu stolzern Fernen, die ein Morgenwehen in namenlosen Glanz zerbricht.' Die stolzeren Fernen: MARIA, Ewiges Sein und Ewiges Werden vereint. Das können nur noch göttliche Geistwesen erleben und schauen, allen aber könnte es als Ahnung, als Glaube gewiß werden von unerschöpflicher, ewig neuer, unendlicher zeugender und gebärender Fülle des Lebens. - ,Ein Morgenwehen': Die Kraft des Ewigen Werdens, die Verwandlungskraft, die Kraft der Offenbarung immer neuer Geheimnisse, die das Alte auflöst, um Neues ans Licht zu heben. - ,In namenlosen Glanz zerbricht': Die Offenbarung des Urlichts jenseits alles Gestalthaften.

Sechsmal habe ich es ausgesprochen: Ich trage euch. Sechs ist die Zahl der irdischen Ganzheit als Fülle des Raumes und der Zeit: Höhe, Breite, Tiefe, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Es war immer und überall so, es ist so und wird immer so sein. Mit diesem sechsfachen ,Ich trage euch' bekannte ich mich zu Anfang meines öffentlichen Wirkens als die gestaltenlose Unendliche Liebe, die als gestaltwerdende und gestaltgebende Unendliche Liebe, als Maria, in einer irdischen Hülle als euresgleichen zu euch sprach. (Buch II: ,Ich machte mich selbst zu ihresgleichen.' Das hat sich auch im Menschenbereich immer von neuem wiederholt).

Noch einmal sollte allen Menschen und Wesen ohne Ausnahme die Möglichkeit gegeben werden (sie haben es noch einmal so verlangt), meinesgleichen, selbständige göttliche Geistwesen zu werden. In eurem Tagesbewußtsein hättet ihr nur die unsagbar törichten irdischen Verklammerungen sprengen müssen, die euch an die Scheinwelt, die Maya, die materielle Welt versklaven und das geistige Erwachen unmöglich machen, den Geltungshunger, den Machtanspruch, die Herrschsucht, die Besitzgier, die Vorherrschaft des Verstandes, das innere Mißtrauen gegenüber der geistigen Welt, das Kleben an überholten, erstarrten, leblos gewordenen Begriffen, das Kleben an Denkgewohnheiten und festgefügten Meinungen (Weltanschauungen, Konfessionen), euer stetes Besser-wissen-wollen, eure ständige Forderung, mit meiner irdischen Maske, die ich in der Außenwelt nach dem Willen der Menschheit tragen muß, in Fühlung zu kommen statt mit meiner inneren Persönlichkeit, die auch in ihren niedersten übersinnlichen Hüllen mein wahres Wesen erkennen läßt. Hierin waren sich alle Menschen und Wesen des Kosmos ohne jede Ausnahme gleich, sie betrachteten Gott oder Christus oder Buddha oder Michael nicht als Geistwesen, die aus einer irdischen Hülle heraus zu ihnen sprachen - wir hatten nie ein Erden-Ich, unser ‚Niederes Ich' war immer der Kosmos - sondern als irdisch-persönlich begrenzte Wesen, deren irdische Hülle gleichbedeutend mit ihnen selbst sei. (,Es ist ja auch nur ein Mensch'). Meine Innere Stimme, die als Innere Führung des Lebens und als Stimme des Gewissens zu jedem Einzelnen spricht, ist in irgendeiner Art jedem ein lästiger Mahner (obwohl jeder selbst immer wieder meinen Rat fordert), den man mit Mißtrauen anhört und damit verzerrt oder den man unterdrücken, verfälschen möchte, bis die Innere Stimme mit den jeweiligen irdischer oft selbstzerstörerischen Wünschen übereinstimmt. Wegen dieser Einstellung eures Tagesbewußtseins habt ihr mich auf den erdennahen, noch ganz materiell eingestellten übersinnlichen Ebenen seit Jahrzehnte jede Sekunde des Tages und der Nacht in meiner äußeren Menschengestalt - den Wünschen eures Tagesbewußtseins entsprechend, mich zu überprüfen - belauert, gehetzt, verhöhnt, geschändet, gefoltert - viele meinten in ihrem Tagesbewußtsein ,sich selbst', ihr eigenes ,Innenleben' oder irgendein Wesen, das sie haßten, an dem sie sich zu rächen suchten, einen Menschen, ein Tier, die Welt, das ,Schicksal' - So habt ihr in diesen Jahren endgültig die Möglichkeit zerstört, selbständige göttliche Geistwesen gleich mir zu werden.

Viele fragten mich: Wie ist es möglich, daß auch in ihrem Tagesbewußtsein gutwillige Menschen auf den niederen übersinnlichen Ebenen unablässig gegen Dich anstürmen konnten, so daß Dein Leben eine einzige, ständig düsterer werdende Hölle war? Ich will es so einfach als möglich sagen: Alle Menschen, und Wesen, auch die in ihrem Tagesbewußtsein gutwilligen, waren seit Jeher so eingestellt: Sie haben in ihrem äußeren Bewußtsein ihr Augenmerk lediglich auf die Haut, die Oberfläche ihres Körpers gerichtet, und auch hier reicht ihr Blick nicht überall hin. Schon wenn sie ihr Gesicht - den Ausdruck ihres inneren Wesens - erkennen wollen, brauchen sie dazu einen Spiegel - einen anderen Menschen oder ein anderes Wesen, ein DU, das ihnen die Selbst-Erkenntnis vermittelt. Vom Inneren ihres Leibes aber, der doch auch zu ihrem Wesen gehört, genau so wie die Oberfläche des Körpers, erfahren sie nur unbestimmte Empfindungen, Lust oder Unlust. Sie suchen nun eine tagesbewußte Einstellung, die ihnen aus dem Inneren ihres Körpers Lust vermittelt oder ihnen wenigstens den Schmerz vermeiden hilft. Wenn ihnen das gelingt, fragen sie nicht mehr viel, wie, auf welche Weise und mit wessen Hilfe ihnen das gelingt. Diese mangelnde - übersinnlich selbst so gewollte - Übersicht über ihr Innenleben, über ihren inneren Körper, über ihr Unterbewußtsein - um nicht dafür verantwortlich zu sein - führte und führt unweigerlich zu den grauenhaften Kämpfen auf den niederen übersinnlichen Ebenen, da das Tagesbewußtsein jeden Lebensvorgang im Unterbewußten, auf den übersinnlichen Ebenen, unweigerlich bejaht, wenn er sich nur in ihm als lustbetont spiegelt (auch ‚Selbstquälereien', ‚Grübeln', ,Selbst-Erniedrigung' usw.). Auf den übersinnlichen Ebenen gibt es keine Hemmungen, alles wirkt sich in einer dem tagesbewußten Menschen unvorstellbaren Wucht aus, und es gibt keine Änderung dieser Haltung, da das Tagesbewußtsein alles, was irgendwie lustbetont ist, unablässig fordert.

Das Unterbewußtsein gehorcht rücksichtslos dieser Forderung. Wer in seinem Tagesbewußtsein Schmerz, Qual, Leid als an sich gut und notwendig bejaht - sie müssen dann insgeheim für ihn Lust sein - wer Strafe, Rache, Grausamkeit unter irgendwelchen Vorwänden - als Gerechtigkeit - genießt, mit Schadenfreude bejaht, der wütete und wütet auf den übersinnlichen Ebenen als Teufel gegen mich. Wer sich in seinem Tagesbewußtsein nicht entschlossen von dem allen und vom inneren Mißtrauen, von den Vorwürfen gegen das Schicksal, gegen das Leben abwandte - und das hat keiner getan - der lief mit den Teufeln mit, ohne selbst quälen, böse sein zu wollen.

Ich sage es noch einmal: Jeder, der Schmerz, Leid, Qual, Strafe, Rache (außer berechtigter Notwehr, auch der menschlichen Gesellschaft) als an sich gut und notwendig, als von Gott stammend ausgibt, öffnet dadurch seinem Unterbewußtsein den Weg zu den grauenhaftesten Quälereien und Schändungen Gottes in seiner irdischen Hülle. Denn er bejaht verzerrte Lebensregungen (Schmerz, Qual, Leid) als an sich gut, er bejaht das Lebensfeindliche, das Negative, das Teuflische als göttlich, also bejaht er auf den übersinnlichen Ebenen die teuflischsten Quälereien als ,gut' und ,richtig', als unumgänglich notwendig - zu seiner Lust.

Warum strömt alles Leid der Welt schließlich Gott in seiner irdischen Hülle zu? Weil sich alle Rachgierigen niemals auf die Dauer an den hängen, der sie wirklich gekränkt hat, sondern an den, der mit Sicherheit nicht selbst strafen oder rächen will. Da jede Anstrengung vergeblich war, die Böswilligen zu einer Änderung ihrer Haltung zu bewegen und da sie dementsprechend ihren einzigen Lebensgenuß im Quälen fanden, durften sie sich ausleben und sie dürfen sich ausleben, bis - nach bereits zahllosen Fristverlängerungen - ihr inneres Wesen so zersetzt ist, daß jede wirkliche Lebensmöglichkeit für sie geschwunden ist.

Die Gutwilligen aber haben bis jetzt dieses Treiben der Böswilligen auf den übersinnlichen Weltebenen gedeckt und mitgenossen, ohne selbst quälen zu wollen. Ich habe schon in meinem ersten Buch gefordert: Sagt euch los von den Haß- und Rachegelüsten, von den Verdüsterungen eurer Seele durch Hast, Sorgen, Angst jeder Art, von eurer Bindung - sei es auch durch Haß oder Verachtung - an totalitäre Gewalthaber der Gegenwart und Vergangenheit. Mehr durfte ich damals nicht sagen, es wäre mißverstanden oder überhaupt abgelehnt worden. Das sind die Grundforderungen jedes höheren geistigen Lebens. Wer sie nicht erfüllte - es hat sie niemand erfüllt - verfiel auf den übersinnlichen Ebenen unweigerlich den satanischen Widermächten, mit denen er in seinem Tagesbewußtsein durch Haß, Rachegelüste, Sich-treiben-lassen, Über-Ordnung der irdischen Welt über die geistige durch geheime Anbetung der ,Macht', positiv oder negativ verbunden war.

Buch III sollte allen die Möglichkeit geben, wenigstens als tagesbewußte Menschen und Wesen (die Wesen des Kosmos entschieden sich durch ihre innere Verbindung mit den Menschen) wieder den Weg zu mir finden zu können, ohne jede Rücksicht auf eure Einstellung im übersinnlichen Bereich. Ich habe es euch so leicht gemacht. Es sollte genügen, euch zu einer sinnvollen irdischen - und damit auch kosmischen - Ordnung abseits von jeder religiöser Leistung zu bekennen. Eure Antwort - auch diese Entscheidung habt ihr wie alle anderen Entscheidungen aus dem vollen Tagesbewußtsein verdrängt und ins Unterbewußtsein, auf die erdennahen übersinnlichen Ebenen verlegt - war erst ein innerlich kraftloses Ja und schließlich ein Nein.

Buch V und VI sollten euch im Gewand des Mythos wenigstens die wichtigsten Wahrheiten näherbringen, in einer Art, die um euretwillen noch schonend verhüllte, was dann Buch VII und vor allem Buch II und l/3 schonungslos aussprechen mußten.

Buch IV wandte sich an euer denkendes Bewußtsein, an euren Verstand, um euch von hier aus wenigstens das Tor zu den erdennächsten übersinnlichen Bereichen zu öffnen, für das volle Tagesbewußtsein.

Buch VII forderte - um euretwillen - den bedingungslosen Bruch mit dem Inneren Todfeind der Welt und das Bekenntnis: ‚Kein Wort, kein Denken dringt in Deine Reiche, ich weiß es nun. Du bleibst Geheimnis, rätselfernes Mahnen, nie löst Dich der Erkenntnis drängende Gewalt. Nur kindergläubig Staunen darf erahnen des tief Verhüllten innerste Gestalt.'

In Buch II habe ich noch einmal die Möglichkeit gegeben, euch als irdische Menschenseelen - konntet ihr euch in Wahrheit jemals als etwas anderes fühlen? - zur ewigen Glückserfüllung durch mich und damit zur lebendigen, ahnenden und schauenden Verbindung mit allen Ebenen des seelischen und geistigen Lebens bis hinauf zur höchsten zu bekennen.

Buch IX sollte euch im einzelnen den Weg zur irdischen und ewigen Heimat zeigen, den Weg zur Vollendung, den die früheren Bücher vorbereiten. Buch VIII sollte diesen Weg in seinen Stufen zeigen.

‚Aus Träumen trag ich euch und weltverlornen Klagen versunknen Kelchen zu': Das ist Buch IX. - ‚Verlorene ewige Quellen feuchten das Wüstengrau': Das sollen alle Bücher bedeuten, ebenso wie die Worte aus Buch VI, die auch für die kommenden Ereignisse gelten sollen: ‚Vertraue mir. Durch die Vernichtungsbrände trag ich Dich heil in das Drei-Ströme-Land', in das Land Marias, in die blauen Fluten der Verwandlungskraft, der eigentlichen Kraft des Ewigen Werdens, in die goldenen Fluten der Erleuchtung und Erlösung und in den samtroten Sonnenstrom der königlichen Führungsmacht. Und wenn ihr den ‚Teufel in euch', den Geist des inneren Mißtrauens, der Eifersucht, der Herrschsucht, ganz sterben ließet, würdet ihr mitten im irdischen Leben die Worte erfüllt sehen, die am Schluß von Buch VII stehen und die letzten Worte der ganzen Reihe hätten bleiben können: ‚Du riefst den Tod, zu lösen der Erde Last und Schuld. Nun magst Dein Kind Du bergen in Deiner Lieb und Huld'.'

Warum habe ich für meine öffentliche Wirksamkeit statt des früheren Weges der öffentlichen Rede den Weg einer Buchreihe gewählt? Als die Menschheit (im Jahre 1944) mein öffentliches Wirken in der Art Buddhas und Christi endgültig abgelehnt hatte (ich sprach damals in der Außenwelt vor einer Versammlung, die für die übersinnlichen Ebenen eine Vertretung der Gesamtmenschheit war und so war es auch in Indien und in Palästina), als auch vielfache persönliche Aussprachen in kleinerem Kreise nur eine Bindung an meine äußere irdische Maske brachten (in den übersinnlichen Bereichen habe ich nie eine Maske getragen), ohne auch nur in kleinstem Ausmaß die geistige Entwicklung zu fördern, blieb mir als einziger Weg, um mich auch in der Außenwelt verständlich zu machen, der Weg einer Buchreihe.

Warum sind meine Worte seit dem Beginn meines öffentlichen Wirkens (wie auch in Indien und in Palästina) zunehmend schärfer geworden? Warum sind meine letzten Bücher, vor allem Buch VII, Buch II, Buch VIII und Buch I/3, nicht mehr Entwicklungskraft, sondern Sprengkraft, Dynamit, Todesfeuer für ein Drittel der Menschheit und für alle ihre äußeren und inneren Machtgebilde? Schon im Herbst 1949, in Buch I/2 schrieb ich die Worte: ,Da die Menschheit die göttliche Wahrheit nie als wärmendes Licht aufnehmen wollte, fällt sie nun - in der Welt-Epoche der Verwandlungskraft - als zermalmendes Leuchten auf die Erde.' (Das war schon bei meinem Welt-Erwachen angedeutet, als sich das Sonnenfeuer der göttlichen Wahrheit unter mir, in meinem ,Niederen Selbst', auf der Erde und im Kosmos ‚wie in einem Abgrund verlor', und etwas später: ,Er - mein Innerer Name und der ihm entsprechende ,Ruf zum Kampf um die Heimat' - stand wie eine in sich strömende und wiegende (Mutter, Heimat) Lichtbahn über der Welt, dann erlosch er in einem langhin hallenden Donnergrollen, das mir eisig ans Herz griff - das zermalmende Leuchten der vollen Erkenntnis über die Innere Haltung aller Menschen und Wesen am Beginn von Buch I/l).

Die starre Hülle, der lebensfeindliche Panzer, die Felsblöcke und Grabesmauern, mit denen die Menschheit ihr eigenes Herz, mich selbst, erwürgte und erstickte, werden zersprengt werden. Die Hammerschläge meiner Worte waren ihr nicht genug. Nun werden andere Hammerschläge folgen. Es wird das Wort aus Buch V erfüllt werden, das ich dort - um der freien Entscheidung willen - noch in das Gewand des Mythos kleidete: ,Nun brauche ich nicht mehr mit Menschenwaffen zu kämpfen. Als Herr des Berges, des dem Tale, der Erde übergeordneten Kosmos, erfülle ich nun das Gesetz.'

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